Nervensache

(nicht Niedersachsen)

Menschen, die eine Vision mit „Das ist total unrealistisch“ abbügeln, wussten 1988 sicher schon ganz genau, dass man 2013 im wiedervereinten Deutschland mit einem Hosentaschen-Hochleistungs-Rechner mit der ganzen Welt für kleines Geld kommunizieren kann. Und man den dafür benötigten Strom bald nicht mehr aus Atomkraft bezieht, aber mit einer europäischen Gemeinschaftswährung bezahlt. Er wusste auch, dass er seinem Freund aus den USA per Email zur Wiederwahl des schwarzen Präsidenten gratuliert. Und natürlich war ihm klar dass ausgerechnet eine konservative Bundesregierung mit einer Kanzlerin aus der ehemaligen DDR, Ministerinnen, Migrationshintergrund, Homosexualität und Behinderung klar kommt.

Claudius Holler 21.01.2013 via Gplus

Es ich schon viel gesagt worden über 2,1% . eigentlicht kann ich in weiten Teilen auf den Text z.B. von Enno @ennomane Park und auf den von Klaus @tarzun Peukert verweisen.

Ich stand zuletzt schon häufiger am Rande des Hinwerfens und Austritts aus dieser Partei, die mich seit Monaten eher nervt als mir noch Spaß macht…

ABER
Ich habe mich am 3. November 2012 als Direktkandidat für die PIRATEN im Stimmkreis 101 zur Landtagswahl Bayern 2013 aufstellen lassen. Ich will und werde für uns Wahlkampf machen, auch wenn ich im Moment manchmal das Gefühl habe gewisse Personen und Schwerpunkte nicht vertreten zu können. – Ich will die Piraten, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben nicht Enttäuschen, nur weil ich von anderen Enttäuscht bin.

Der letzte Landesparteitag hat mich überzeugt, wir können das mit den Utopien und verlieren trotzdem die konkreten Inhalte, die den Menschen „auf den Nägeln brennen“ nicht völlig aus dem Blick.

Ich bin ein Fan von BGE und gleichberechtigter Teilhabe. Und ich glaube, das ist nicht wirklich ein Geheimnis. Ich finde Tinas „Gamechanger“-Positionspapier super(!), auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass man eine Geschlechterquote für Führungsetagen und Aufsichtsräten, als Hilfsmittel wo anonyme Bewerbungen schwer möglich sind und Denkmuster sowie Seilschaften mit am stärksten sind, NICHT ausschließen sollte!

Dass ich für Tweets zu Artikeln, die die Problematik, die mit einer Quote angegangen werden soll, aufzeigen – und eine Quote als mittel der Wahl beschreiben – hintenrum abfällige Kommentare auf Twitter lesen muss… geschenkt! Das mich Menschen wegen einer Schnaps-Idee ignorieren und sich dann wundern, das ich nicht mit ihnen rede… naja, Menschen halt…

Ich habe in dieser Partei aber auch so viele tolle Menschen kennengelernt – leider v.a. aus anderen Ecken dieses Landes – für die mach ich das und lass mich von mir aus auch von mit räumlich näherstehenden Piraten „anpimmeln“ (um es mit @schmidtlepp zu sagen).

Ich hoffe – trotz allem – , dass wir es im Bund wie in Bayern schaffen, uns bis zur heißen Phase zusammenzuraufen, ein paar Streitthemen zu Konsolidieren um dann einen geilen Wahlkampf zu machen. Urlaub ist schon genehmigt, aber wenn es so weiter geht wie ungefähr seit Mitte November 2012, buch ich mir für die Zeit noch n Last-Minute-Urlaub.

#jedentageinantrag PA542 – Kindergrundsicherung (Wahlprogramm)

Nachdem es auch einige andere (z.B. Laura) machen versuch ich die Nächsten Tage mal meine BPT-Vorbereitung zu dokumentieren und einen Antrag vorzustellen:

PA542 – Kindergrundsicherung (Wahlprogramm)

Der Bundesparteitag möge beschließen, den folgenden Text an geeigneter Stelle in das Wahlprogramm aufzunehmen:

1. Die Piratenpartei setzt sich auf Bundesebene dafür ein, dass eine Grundsicherung für alle Kinder – auch Flüchtlingskinder – mindestens entsprechend der Höhe des soziokulturellen Existenzminimums (aktuell lt. Bundestag: 536 €) eingeführt wird. 2. Zur Umsetzung dieser Forderung kooperiert die Piratenpartei mit anderen Organisationen, die dasselbe Ziel verfolgen und erarbeitet mit ihnen gemeinsam ein konkretes Modell. Darin wird gemeinsam festgelegt, bis zu welchem Alter die Kindergrundsicherung gezahlt wird und welche anderen familienunterstützenden Leistungen an ihrer Stelle abgeschafft werden können. 3. Sobald ein Bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt wird, das für Kinder mindestens die genannte Höhe hat, ist die Forderung nach einer Kindergrundsicherung hinfällig.

Was soll ich groß dazu sagen, der Antrag ist Top, passt 100%ig zur BGE-Forderung und zu sonstigen Forderungen nach Plattformneutralität etc. daher empfehle ich jemdem diesen Antrag anzunehmen…

— Ok ich gebe zu, den Antrag hab ich in der kompletten Entstehung begleitet und nicht heute durchgearbeitet, aber die nächsten Tage schau ich mal was ich schaffe. Eine Liste aus 15 Anträgen die ich mir ansehen will hab ich.

Transparenz vs. Effektivität

Nachdem ich mir schon vor Wochen vorgenommen hatte mal wieder zu bloggen, hat der Artikel von @Arte_Povera mir jetzt endlich die Vorlage geliefert, die ich brauchte…

ACHTUNG, der folgende Text ist meine persönliche Meinung und ist teilweise etwas polemisch oder übertrieben formuliert!

Das unbestreitbare Spannungsverhältnis zwischen Transparenz und dem effektiven arbeiten, beschäftigt mich schon länger!
Eine Begebenheit, die noch gar nicht lange her ist beschreibt es glaube ich ganz gut:

Ich bin an einem Stammtisch in Augsburg gefragt worden, was ich als schon länger aktiver Pirat tun würde um eine zu gründende lokale AG von gewissen Tollen, die nur ihre Verschwörungstheorien verbreiten woll(t)en frei zu halten um effektives Arbeiten zu ermöglichen…

Meine Antwort, ohne groß drüber nach zu denken war:

»du musst die ja nicht Informieren, das es die AG gibt«

Ja, so ist es leider geworden in über zwei Jahren Parteimitgliedschaft, hat sich bei mir leider ein „Leitsatz“ festgesetzt, der theoretisch nicht mit den sogenannten Kernthemen der Piraten vereinbar ist:

»Konstruktiv geht (oft) nur konspirativ«

Das „oft“ steht da eingetlich nicht drin, aber ich muss den Satz inzwischen relativieren, denn auch ich habe inzwischen die Erfahrung machen dürfen, das (leider viel zu selten) auch in größerer Runde konstruktives Arbeiten möglich sein kann!

Daher kann ich die Entscheidung der SG Presse voll und ganz nachvollziehen, mit Hilfe einer geschlossenen Mailing-Liste zu arbeiten. Aber ich kann auch Lenas Standpunkt verstehen, das dieses „System“ nicht unserer Forderung nach politischer Transparenz gerecht wird.

Ein weiterer Punkt der mir heute morgen auch passender Weise zu dem Thema sehr Sauer aufgestoßen ist waren zwei antworten auf einen Tweet von mir:

Tweet von mir
Tweet von mir

Meine Aussage erschien mir klar, ich fänd es schade, wenn Gefion sich Ihre Entscheidung pro-Piraten und pro Vorstand von einigen (lauten) verhageln liese, da ich aktuell nicht sehe, das es wirklich geeignete Kandidaten für einen Solchen Posten gäbe – ich lass mit in Neumünster (und auch schon vorher gern vom Gegenteil überzeugen, aber aktuell seh ich sie nicht!!!) – weil viele derer die den aktuellen BuVo kritisieren haben auch schon den letzten und den davor kritisiert und tun aber wenig bis nichts was man sieht und was mir wirklich zielführend erscheint!!!

Denn die antworten darauf kritisierten erstmal wieder völlig unreflektiert und unkonstruktiv die Fehler die Gefion und auch Marina während ihrer Amtszeit gemacht haben – zumindest aus Sicht der Kommentatorinnen – und darauf wollte ich ja überhaupt nicht hinaus…

Ich werde die beiden jetzt nicht Zitieren – wer den genauen Wortlaut wissen will, kann ja oben auf den Link zu meinem Tweet klicken…

just my 2 cents and my humble opinion

Ihr dürft mir hier gerne Kommentare hinterlassen, das könnte vielleicht eine Zielführendere Diskussion ergeben als die heute morgen auf Twitter